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Agoraphobie – Platzangst

Erklärt

Zugfahren, ins Kino gehen, sich ganz hinten an der Supermarktkasse anstellen, auf einen Weihnachtsmarkt gehen, im Einkaufszentrum mit der Rolltreppe ganz nach oben fahren, weit weg von den Notausgängen. Das alles stellt für Personen mit Agoraphobie meist ein großes Problem dar.

Agoraphobie ist die Angst vor Situationen, aus denen man im Notfall nicht schnell entkommen oder schwer Hilfe bekommen würde. Meist beschränkt sie sich nicht auf eine bestimmte Situation, sondern tritt in ganz unterschiedlichen Situationen auf. Die Agoraphobie kommt mit und ohne Panikattacken vor. Treten Panikattacken in gefürchteten Situationen auf, verstärkt dies die Angst meist, da wir aufgrund der Paniksymptome wie Herzrasen, plötzlichem Schwitzen, weichen Knie oder Schwindel oft denken, nun wirklich Hilfe zu brauchen oder uns dafür schämen. Gedanken wie: „Wenn mir jetzt etwas passiert, könnte mir niemand helfen.“, „Wenn ich jetzt eine Panikattacke bekomme oder ohnmächtig werde, merken das alle um mich herum.“ sind typisch und veranlassen uns, die Situation möglichst schnell zu verlassen. 

Häufig berichten Personen mit Agoraphobie jedoch, sich regelmäßig Angstsituationen auszusetzen und trotzdem keine Besserung zu bemerken. Das liegt daran, dass sich die Angst nicht nur in den Symptomen äußert, sondern auch unbewusst im Verhalten: Haben Sie immer Wasser oder Beruhigungstropfen dabei? Muss das Smartphone immer geladen sein, um im Notfall Hilfe rufen zu können? Wie die Vermeidung angstbesetzter Situationen verstärken auch diese Verhaltensweisen die Angst auf Dauer. Ohne die richtige Behandlung wird eine Agoraphobie in ihrer Ausprägung für gewöhnlich stärker und weitet sich auf immer mehr Situationen aus, sodass es vielen Menschen irgendwann sogar kaum möglich ist, ihr zu Hause zu verlassen.

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Definition Agoraphobie

Agoraphobie ist eine Angststörung, die sich durch eine übermäßige Angst vor Orten oder Situationen manifestiert, in denen die Betroffenen sich unsicher oder eingeschränkt fühlen. Diese Orte oder Situationen werden als schwierig oder peinlich zu verlassen betrachtet. Beispiele für solche Orte können öffentliche Plätze, Einkaufszentren, Busse, Züge, Flugzeuge, Brücken oder Tunnel sein. Personen mit Agoraphobie vermeiden diese Orte oder Situationen häufig oder besuchen sie nur unter großer Anspannung. Meist besteht die Angst vor einer Panikattacke und Angstzuständen bereits im Vorhinein.

Einige der Symptome, die bei Agoraphobie auftreten können, sind Herzklopfen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Übelkeit, Schwindel und ein Gefühl von Ohnmacht oder Unwohlsein. Diese Symptome können oft so intensiv sein, dass die Betroffenen glauben, sie könnten sterben oder den Verstand verlieren. Agoraphobie kann sich stark auf das alltägliche Leben auswirken. Betroffene schränken ihr Leben oft stark ein und vermeiden zunehmend soziale Aktivitäten.

Wie entsteht Agoraphobie?

Die genauen Ursachen von Agoraphobie sind nicht vollständig erklärbar, aber es wird angenommen, dass eine Kombination aus biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren dazu beitragen kann.
Einige der biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren, die bei der Entstehung von Agoraphobie eine Rolle spielen können, sind:

  • Eine Veranlagung zur Angst: Personen, in deren Familien Angststörungen vorliegen, haben ein höheres Risiko, eine Agoraphobie zu entwickeln.

  • Einige medizinische Bedingungen: Menschen mit bestimmten medizinischen Bedingungen, wie Herzkrankheiten oder Schilddrüsenerkrankungen, haben ein höheres Risiko, eine Agoraphobie zu entwickeln.

  • Menschen, die in ihrer Vergangenheit ein traumatisches Erlebnis aufweisen, haben ein höheres Risiko, eine Agoraphobie zu entwickeln.

  • Personen, die Schwierigkeiten haben, ihre Gedanken und Gefühle zu verarbeiten, haben ein höheres Risiko, eine Agoraphobie zu entwickeln.

  • Personen, die unbewusst stark auf Bedrohungen fokussiert sind, haben ein höheres Risiko, eine Agoraphobie zu entwickeln.

  • Erfahrungen in der Kindheit: Menschen, die in ihrer Kindheit negative Erfahrungen gemacht oder Unsicherheit erlebt haben, haben ein höheres Risiko, eine Agoraphobie zu entwickeln.

  • Soziale Isolation: Personen, die sozial isoliert sind, haben ein höheres Risiko, eine Agoraphobie zu entwickeln.

Meist gibt es keine einzelne Ursache für die Entstehung einer Agoraphobie sondern handelt es sich um eine Kombination aus ungünstigen Faktoren, die zur Entstehung dieser Angststörung führt.

Ohne einer Behandlung wird die Angst meist schlimmer und die Einschränkungen im Leben größer.

Was kann man tun?

Die psychologische Behandlung einer Angststörung zielt darauf ab, die automatische Angstreaktion wieder zu verlernen. Die wissenschaftlich und medizinisch anerkannte S3 Leitlinie stellt dabei die Grundlage für unsere evidenzbasierte psychologische Therapie und Vorgehensweise dar. 

Dazu muss das Gehirn erfahren, dass wir die angstbesetzte Situation überleben „können“. Wir müssen uns der Angst also stellen – langsam und Schritt für Schritt.

Als Vorbereitung dafür möchten wir Ihnen die Grundlagen der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Angststörung näherbringen. Wie funktioniert sie? Warum kommt und geht sie wieder? Warum kommt sie manchmal und manchmal nicht?

Gemeinsam ermitteln wir die Einflussfaktoren, die an der Angst beteiligt sind. Das ist wichtig, um den nachhaltigen Erfolg der Behandlung zu sichern. Die Angst zu verstehen, bedeutet gleichzeitig sie beherrschen zu können. Denn wie so häufig: Wissen ist Macht und genau die möchten wir in Ihre Hände übergeben.

Passende Entspannungsmethoden werden erlernt, um für den „Ernstfall“ vorbereitet zu sein. Denn sobald wir die körperliche Angstreaktion im Griff haben, fällt es bedeutend leichter sich auf die nächsten Schritte einzulassen.

Hierbei wählen wir individuelle Techniken, also jene mit der größtmöglichen Wirksamkeit für Sie. Manche mögen körperliche Entspannungstechniken lieber, andere fühlen sich bei mentalen Techniken besser aufgehoben.

Gemeinsam erarbeiten wir schließlich ausgewählte Konfrontationsmöglichkeiten und begleiten Sie durch jede einzelne.

Mit jeder erfolgreichen Konfrontation warnt uns das Gehirn etwas weniger, bis hin zu einem angstfreien Erleben der gefürchteten Situation. Zu Beginn klingt das wie eine unmögliche Aufgabe, doch dafür sind wir da.

Und noch eine gute Nachricht: Angst ist die am meisten erforschte psychische Störung und seit Jahrzehnten erzielen nachweislich hilfreiche Behandlungsformen große Erfolge.

Nach diesen Behandlungsformen arbeiten auch wir: auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, lösungs- und zielorientiert!

Unser Angebot

Wir wissen, dass es für Viele eine Herausforderung ist über die eigenen Ängste, Sorgen und vertraulichen Probleme zu sprechen. Deshalb möchten wir die erste Hürde so angenehm wie möglich gestalten. In einem kostenlosen Erstgespräch können Sie sich ganz in Ruhe ein Bild von der Therapie, den Räumlichkeiten und den BehandlerInnen machen. 

Erst danach entscheiden Sie, ob Sie eine Psychologische Therapie beginnen möchten.