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Emetophobie - Erbrechensangst

Erklärt

Ist mein Kollege heute nicht etwas blass? Grummelt mein Bauch heute nicht irgendwie komisch? Ob das Gericht in dem Restaurant auch wirklich hygienisch zubereitet wurde? Auf der Party trinken wieder alle so viel Alkohol. 

Vielleicht kennen Sie diese Gedanken. Sie kommen häufig vor, wenn man an Emetophobie leidet, der Angst vor dem Erbrechen.

Einkäufe dauern länger, weil Mindesthaltbarkeitsdaten genauestens kontrolliert werden, Nahrungsmittel werden häufig früher als später entsorgt – sicher ist sicher – und das Desinfektionsmittel ist immer mit dabei, auch schon vor Beginn der Pandemie. Der Fleischkonsum wird nicht der Tiere oder der Umwelt zuliebe eingeschränkt, sondern aus Angst vor Salmonellen.

Manchmal bezieht sich die Angst nur auf das eigene Erbrechen, manchmal auch auf das von anderen oder auf Erbrochenes selbst.

Eine Emetophobie vergeht meist nicht von selbst. Häufig verschlimmert sich die Angst ohne eine passende Behandlung. Einschränkungen in der Freizeitgestaltung und häufige Krankenstände in der Arbeit sind oft die Folge. Selbst die Familienplanung kann beeinflusst sein, durch die Angst vor dem Erbrechen von Säuglingen oder kleinen Kindern. Und das alles, obwohl den meisten Betroffenen klar ist, dass die Angst eigentlich übertrieben ist.

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Definition Emetophobie

Emetophobie ist eine Angststörung, die sich durch eine übermäßige und unangemessene Angst vor dem Erbrechen, dem Anblick von Erbrochenem oder sich erbrechenden Personen manifestiert. Menschen mit Emetophobie haben Angst vor der Möglichkeit, selbst zu erbrechen oder anderen dabei zusehen zu müssen.

Die Angst kann sich auch auf bestimmte Situationen, Orte oder Ereignisse beziehen, die das Risiko von Erbrechen erhöhen können, wie z.B. Konzerte, Partys, Restaurants, öffentliche Verkehrsmittel oder dem Verzehr bestimmter Speisen. 

Die Betroffenen sind oft übermäßig besorgt zu erkranken, oder mit erkrankten Personen in Kontakt zu treten und haben Angst vor dem Erbrechen in der Öffentlichkeit, was zu einer Vermeidung von sozialen Aktivitäten führen kann. Oft versuchen sie, das Risiko von Erbrechen zu vermeiden, indem sie bestimmte Lebensmittel oder Aktivitäten meiden oder übermäßig auf ihre körperliche Gesundheit achten.

Die Symptome der Emetophobie können sowohl körperlich als auch emotional sein, wie z.B. Herzklopfen, Schwitzen, Zittern, Übelkeit, Atemnot, Schwindel, Angst, Depressionen und soziale Isolation. Emetophobie kann das tägliche Leben beeinträchtigen und die Betroffenen dazu bringen, ihr Leben stark einzuschränken und soziale Aktivitäten zu vermeiden. Es ist wichtig professionelle Hilfe zu suchen, um die Angst vor Erbrechen zu verringern und die Lebensqualität zu steigern.

Wie entsteht Emetophobie?

Die genauen Ursachen von Emetophobie sind nicht vollständig erklärbar, aber es wird angenommen, dass eine Kombination aus biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren dazu beitragen kann.

Biologische, Psychologische und soziale Faktoren, die bei der Entstehung von Emetophobie eine Rolle spielen können, sind:

  • Eine Veranlagung zur Angst: Menschen, deren Familienmitglieder an Angststörungen leiden, haben ein höheres Risiko, Emetophobie zu entwickeln.
  • Traumata: Menschen, die eine traumatische Erfahrung im Zusammenhang mit Erbrechen gemacht haben, haben ein höheres Risiko, Emetophobie zu entwickeln.
  • Kognitiver Verarbeitungsstil: Menschen, die einen kognitiven Verarbeitungsstil haben, der auf Bedrohungen fixiert ist, haben ein höheres Risiko, Emetophobie zu entwickeln.
  • Erfahrungen in der Kindheit: Menschen, die in ihrer Kindheit negative Erfahrungen im Zusammenhang mit Erbrechen gemacht haben, haben ein höheres Risiko, Emetophobie zu entwickeln.

Die Ursachen für die Entstehung einer Emetophobie sind individuell und häufig eine Kombination von verschiedenen Faktoren. 

Ohne einer Behandlung wird die Angst meist schlimmer und die Einschränkungen im Leben größer.

Was kann man tun?

Die psychologische Behandlung einer Angststörung zielt darauf ab, die automatische Angstreaktion wieder zu verlernen. Die wissenschaftlich und medizinisch anerkannte S3 Leitlinie stellt dabei die Grundlage für unsere evidenzbasierte psychologische Therapie und Vorgehensweise dar.

Dazu muss das Gehirn erfahren, dass wir die angstbesetzte Situation überleben „können“. Wir müssen uns der Angst also stellen – langsam und Schritt für Schritt.

Wie läuft die Therapie genau ab?

Als Vorbereitung dafür möchten wir Ihnen die Grundlagen der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Angststörung näherbringen. Wie funktioniert sie? Warum kommt und geht sie wieder? Warum kommt sie manchmal und manchmal nicht?

Gemeinsam ermitteln wir die Einflussfaktoren, die an der Angst beteiligt sind. Das ist wichtig, um den nachhaltigen Erfolg der Behandlung zu sichern. Die Angst zu verstehen, bedeutet gleichzeitig sie beherrschen zu können. Denn wie so häufig: Wissen ist Macht und genau die möchten wir in Ihre Hände übergeben.

Passende Entspannungsmethoden werden erlernt, um für den „Ernstfall“ vorbereitet zu sein. Denn sobald wir die körperliche Angstreaktion im Griff haben, fällt es bedeutend leichter sich auf die nächsten Schritte einzulassen.

Hierbei wählen wir individuelle Techniken, also jene mit der größtmöglichen Wirksamkeit für Sie. Manche mögen körperliche Entspannungstechniken lieber, andere fühlen sich bei mentalen Techniken besser aufgehoben.

Gemeinsam erarbeiten wir schließlich ausgewählte Konfrontationsmöglichkeiten und begleiten Sie durch jede einzelne.

Mit jeder erfolgreichen Konfrontation warnt uns das Gehirn etwas weniger, bis hin zu einem angstfreien Erleben der gefürchteten Situation. Zu Beginn klingt das wie eine unmögliche Aufgabe, doch dafür sind wir da.

Und noch eine gute Nachricht: Angst ist die am meisten erforschte psychische Störung und seit Jahrzehnten erzielen nachweislich hilfreiche Behandlungsformen große Erfolge.

Nach diesen Behandlungsformen arbeiten auch wir: auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, lösungs- und zielorientiert!

Unser Angebot

Wir wissen, dass es für Viele eine Herausforderung ist über die eigenen Ängste, Sorgen und vertraulichen Probleme zu sprechen. Deshalb möchten wir die erste Hürde so angenehm wie möglich gestalten. In einem kostenlosen Erstgespräch können Sie sich ganz in Ruhe ein Bild von der Therapie, den Räumlichkeiten und den BehandlerInnen machen. 

Erst danach entscheiden Sie, ob Sie eine Psychologische Therapie beginnen möchten.