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Generalisierte
Angststörung - GAS

Erklärt

„Heute ist ein neuer Tag, ich hoffe, dass alles gut läuft“. Doch dann kommen Zweifel: „Aber was, wenn es nicht gut läuft? Was, wenn ich Fehler mache oder irgendjemandem Unrecht tue? Wenn ich irgendwo hinfahre und einen Unfall habe? Ich könnte krank werden oder jemand in meiner Familie? Was, wenn ich meinen Job verliere oder finanzielle Probleme bekomme?“

Ich spüre wie meine Angst wächst und beginne mir Sorgen zu machen. Ich denke darüber nach, was alles passieren könnte und wie ich damit umgehen würde. Ich mache mir Gedanken über alle möglichen Szenarien und beginne, mich in meiner eigenen Gedankenwelt zu verlieren.

Die Gedanken werden immer negativer und ich fühle mich immer unsicherer. Ich versuche die Gedanken zu stoppen, aber es funktioniert nicht. Die Ängste bleiben bestehen und lassen mich nicht los.

Oft fühle ich mich überfordert und ausgelaugt, da ich den ganzen Tag damit verbracht habe mir Sorgen zu machen und meine Ängste zu bekämpfen. Manchmal fühle ich mich machtlos gegenüber meinen eigenen Gedanken und weiß nicht, wie ich aus diesem Teufelskreis ausbrechen kann.

Dieses Beispiel zeigt, wie jemand mit einer Generalisierten Angststörung oft in einer Spirale aus negativen Gedanken und Ängsten gefangen ist, die schwer zu durchbrechen ist. 

Aber: Obwohl man selber oft weiß, dass diese Gedanken und Sorgen oft irrational sind gibt es Behandlungsmöglichkeiten, um belastende Gedankenmuster zu ändern und die Symptome zu lindern.

Created by potrace 1.16, written by Peter Selinger 2001-2019

Definition
Generalisierte Angststörung

Die generalisierte Angststörung (GAS) ist eine psychische Störung, die sich durch anhaltende und übermäßige Sorgen und Ängste auszeichnet, die über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten auftreten und sich auf eine Vielzahl von Situationen oder Ereignissen beziehen können. Menschen mit GAS erleben eine ständige Anspannung und Unruhe, die oft von körperlichen Symptomen wie Muskelverspannungen, Zittern, Schlafstörungen oder Magen-Darm-Problemen begleitet wird.

Die Sorgen und Ängste bei GAS betreffen häufig alltägliche Dinge wie Arbeit, Finanzen, Gesundheit oder zwischenmenschliche Beziehungen. Sie können sich aber auch auf Ereignisse aus der Vergangenheit oder der Zukunft beziehen. Die Szenarien sind dabei meist realistisch, enden aber mit einer negativen Gedankenspirale im absoluten worst-case Szenario. Diese Gedanken sind oft schwer zu kontrollieren und die betroffenen Personen fühlen sich diesen oft ausgeliefert. 

Die generalisierte Angststörung kann das tägliche Leben stark beeinträchtigen und zu einem erheblichen Leidensdruck führen. Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen Psychotherapie, Medikamente oder eine Kombination aus beidem. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann dazu beitragen, die Symptome zu lindern und eine bessere Lebensqualität zu erreichen.

Wie entsteht eine Generalisierte Angststörung?

Die Ursachen für eine generalisierte Angststörung (GAS) sind komplex und können von Person zu Person unterschiedlich sein. In der Regel wird angenommen, dass mehrere Faktoren dazu beitragen, dass eine generalisierte Angststörung entsteht. (Haller, Cramer, Lauche, Gass & Dobos, 2014)

  1. Biologische Faktoren: Eine generalisierte Angststörung kann durch eine Kombination von biologischen Faktoren ausgelöst werden, einschließlich genetischer Veranlagung, biochemischer Ungleichgewichte im Gehirn oder hormonellen Veränderungen.

  2. Umweltfaktoren: Traumatische Ereignisse wie Gewalt, Missbrauch oder Vernachlässigung können das Risiko für die Entwicklung einer generalisierten Angststörung erhöhen. Auch chronischer Stress oder langanhaltende Belastungen wie schwierige Lebensumstände oder Beziehungsprobleme können dazu beitragen.

  3. Persönlichkeitsfaktoren: Einige Menschen haben möglicherweise eine Persönlichkeit, die anfälliger für Angststörungen ist, zum Beispiel Menschen, die sich leicht überfordert fühlen oder Schwierigkeiten haben, sich zu entspannen.

  4. Kognitive Faktoren: Menschen mit generalisierter Angststörung neigen dazu, negative Gedankenmuster und Überzeugungen zu haben, die ihre Angst und Sorge aufrechterhalten können.

Generalisierte Angststörung, Sorgen und Gedankenkreise

Meist wird von einem Zusammenspiel von biologischen, umweltbedingten und psychologischen Faktoren bei der Entstehung einer Generalisierten Angststörung ausgegangen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann dazu beitragen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der betroffenen Person zu verbessern.

Ohne einer Behandlung wird die Angst meist schlimmer und die Einschränkungen im Leben größer.

Was kann man tun?

Die psychologische Behandlung einer Generalisierten Angststörung zielt darauf ab, die automatische Angstreaktion wieder zu verlernen. Die wissenschaftlich und medizinisch anerkannte S3 Leitlinie stellt dabei die Grundlage für unsere evidenzbasierte psychologische Therapie und Vorgehensweise dar. 

Dazu muss das Gehirn erfahren, dass wir die angstbesetzte Situation überleben „können“. Wir müssen uns der Angst also stellen – langsam und Schritt für Schritt.

Als Vorbereitung dafür möchten wir Ihnen die Grundlagen der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Generalisierten Angststörung näherbringen. Wie funktioniert sie? Warum kommt und geht sie wieder? Warum kommt sie manchmal und manchmal nicht?

Gemeinsam ermitteln wir die Einflussfaktoren, die an der Angst beteiligt sind. Das ist wichtig, um den nachhaltigen Erfolg der Behandlung zu sichern. Die Angst zu verstehen, bedeutet gleichzeitig sie beherrschen zu können. Denn wie so häufig: Wissen ist Macht und genau die möchten wir in Ihre Hände übergeben (DeMartini, Patel & Fancher, 2019)

Passende Entspannungsmethoden werden erlernt, um für den „Ernstfall“ vorbereitet zu sein. Denn sobald wir die körperliche Angstreaktion im Griff haben, fällt es bedeutend leichter sich auf die nächsten Schritte einzulassen.

Hierbei wählen wir individuelle Techniken, also jene mit der größtmöglichen Wirksamkeit für Sie. Manche mögen körperliche Entspannungstechniken lieber, andere fühlen sich bei mentalen Techniken besser aufgehoben.

Gemeinsam erarbeiten wir schließlich ausgewählte Konfrontationsmöglichkeiten und begleiten Sie durch jede einzelne.

Mit jeder erfolgreichen Konfrontation warnt uns das Gehirn etwas weniger, bis hin zu einem angstfreien Erleben der gefürchteten Situation. Zu Beginn klingt das wie eine unmögliche Aufgabe, doch dafür sind wir da.

Und noch eine gute Nachricht: Angst ist die am meisten erforschte psychische Störung und seit Jahrzehnten erzielen nachweislich hilfreiche Behandlungsformen große Erfolge.

Nach diesen Behandlungsformen arbeiten auch wir: auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, lösungs- und zielorientiert!

Unser Angebot

Wir wissen, dass es für Viele eine Herausforderung ist über die eigenen Ängste, Sorgen und vertraulichen Probleme zu sprechen. Deshalb möchten wir die erste Hürde so angenehm wie möglich gestalten. In einem kostenlosen Erstgespräch können Sie sich ganz in Ruhe ein Bild von der Therapie, den Räumlichkeiten und den BehandlerInnen machen. 

Erst danach entscheiden Sie, ob Sie eine Psychologische Therapie beginnen möchten.