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Spinnenphobie - Arachnophobie

Erklärt

Bereits Säuglinge im Alter von sechs Monaten zeigen eine angeborene Angstreaktion beim Anblick von Spinnen. Eine gewisse Spinnenphobie macht evolutionär gesehen Sinn: Angst verhindert die Annäherung an das gefürchtete Objekt. Wir sind also in gewisser Weise darauf „vorbereitet“ Angst vor Spinnen zu haben und kennen wahrscheinliche alle die kurze Schrecksekunde, wenn plötzlich ein Achtbeiner in unser Blickfeld gekrabbelt kommt.

Bei vielen geht die Angst vor Spinnen aber um ein Vielfaches über diese Schrecksekunde hinaus: Schockstarre, Herzrasen, Schwitzen und Albträume – diese Symptome kennen Sie wahrscheinlich, wenn Sie an Spinnenphobie leiden. 

Oft sind Aktivitäten durch die Angst erheblich eingeschränkt und ihr wird bei der Freizeitplanung eine hohe Priorität eingeräumt. So werden beispielsweise Aufenthalte in der Natur, das Betreten von Kellern, das Lüften mit offenem Fenster oder das Barfußgehen oft als unmöglich erlebt. Und all das, obwohl sich Betroffene meist im Klaren darüber sind, dass keine Gefahr von heimischen Spinnen ausgeht.

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Definition Arachnophobie

Spinnenphobie, auch Arachnophobie genannt, ist eine spezifische Phobie, die sich auf die Angst vor Spinnen bezieht. Es handelt sich dabei um eine übermäßige und irrationale Angst, die bei der bloßen Vorstellung oder dem Anblick einer Spinne auftreten kann.

Symptome der Spinnenphobie können unter anderem Herzklopfen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Übelkeit, Schwindel und Panikattacken sein. Betroffene vermeiden es häufig, Orte zu besuchen, an denen Spinnen vermutet werden, und können Schwierigkeiten haben, Filme oder Bücher anzusehen oder zu lesen, in denen Spinnen vorkommen. In schweren Fällen kann die Angst vor Spinnen das alltägliche Leben einer Person beeinträchtigen und sogar dazu führen, dass sie ihr Zuhause oder ihren Arbeitsplatz vermeiden.

Wichtig: Die Spinnenphobie ist behandelbar und mit professioneller Hilfe können Betroffene ihre Angst überwinden.

Wie entsteht Spinnenphobie?

Die Spinnenphobie entsteht auf biopsychosozialer Ebene durch die Interaktion von biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren.

Auf biologischer Ebene gibt es Hinweise darauf, dass es angeborene Veranlagungen gibt, die die Angst vor Spinnen verstärken können. Einige Menschen haben eine höhere Aktivität in bestimmten Bereichen des Gehirns, die für die Verarbeitung von Angstreizen verantwortlich sind. Auch genetische Faktoren können eine Rolle spielen.

Auf psychologischer Ebene kann die Spinnenphobie durch frühkindliche Erfahrungen ausgelöst oder verstärkt werden. Ein traumatisches Erlebnis mit einer Spinne, beispielsweise ein Biss, kann zu einer Angst vor Spinnen führen. Auch eine Überreaktion auf eine unbedeutende Situation, wie z.B dem Anblick einer Spinne, kann eine Angststörung auslösen.

Auf sozialer Ebene kann die Spinnenphobie durch übertragene Ängste von anderen Menschen, wie Eltern oder Freunden, ausgelöst oder verstärkt werden. Auch die Darstellung von Spinnen in Medien, wie Filmen oder Büchern, die Angst oder Abscheu hervorrufen, kann zur Entstehung oder Verstärkung der Phobie beitragen.

Es ist wichtig zu beachten, dass jeder Mensch anders reagieren kann und nicht jeder, der eine Spinne sieht, Angst davor hat.

Vermeidung Angst

Es ist auch wichtig, dass die Angst vor Spinnen in einigen Fällen so stark sein kann, dass sie das tägliche Leben beeinträchtigt und in diesem Fall eine Behandlung erforderlich ist.

Ohne einer Behandlung wird die Angst meist schlimmer und die Einschränkungen im Leben größer.

Was kann man tun?

Die psychologische Behandlung einer Spinnenphobie zielt darauf ab, die automatische Angstreaktion wieder zu verlernen. Die wissenschaftlich und medizinisch anerkannte S3 Leitlinie stellt dabei die Grundlage für unsere evidenzbasierte psychologische Therapie und Vorgehensweise dar. 

Dazu muss das Gehirn erfahren, dass wir die angstbesetzte Situation überleben „können“. Wir müssen uns der Angst also stellen – langsam und Schritt für Schritt.

Als Vorbereitung dafür möchten wir Ihnen die Grundlagen der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Angststörung näherbringen. Wie funktioniert sie? Warum kommt und geht sie wieder? Warum kommt sie manchmal und manchmal nicht?

Gemeinsam ermitteln wir die Einflussfaktoren, die an der Angst beteiligt sind. Das ist wichtig, um den nachhaltigen Erfolg der Behandlung zu sichern. Die Angst zu verstehen, bedeutet gleichzeitig sie beherrschen zu können. Denn wie so häufig: Wissen ist Macht und genau die möchten wir in Ihre Hände übergeben.

Passende Entspannungsmethoden werden erlernt, um für den „Ernstfall“ vorbereitet zu sein. Denn sobald wir die körperliche Angstreaktion im Griff haben, fällt es bedeutend leichter sich auf die nächsten Schritte einzulassen.

Hierbei wählen wir individuelle Techniken, also jene mit der größtmöglichen Wirksamkeit für Sie. Manche mögen körperliche Entspannungstechniken lieber, andere fühlen sich bei mentalen Techniken besser aufgehoben.

Gemeinsam erarbeiten wir schließlich ausgewählte Konfrontationsmöglichkeiten und begleiten Sie durch jede einzelne.

Mit jeder erfolgreichen Konfrontation warnt uns das Gehirn etwas weniger, bis hin zu einem angstfreien Erleben der gefürchteten Situation. Zu Beginn klingt das wie eine unmögliche Aufgabe, doch dafür sind wir da.

Und noch eine gute Nachricht: Angst ist die am meisten erforschte psychische Störung und seit Jahrzehnten erzielen nachweislich hilfreiche Behandlungsformen große Erfolge.

Nach diesen Behandlungsformen arbeiten auch wir: auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, lösungs- und zielorientiert!

Unser Angebot

Wir wissen, dass es für Viele eine Herausforderung ist über die eigenen Ängste, Sorgen und vertraulichen Probleme zu sprechen. Deshalb möchten wir die erste Hürde so angenehm wie möglich gestalten. In einem kostenlosen Erstgespräch können Sie sich ganz in Ruhe ein Bild von der Therapie, den Räumlichkeiten und den BehandlerInnen machen. 

Erst danach entscheiden Sie, ob Sie eine Psychologische Therapie beginnen möchten.